Organische Blockaden

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Ursachen für Fruchtbarkeits- probleme finden und verstehen

Zu Beginn ist es wichtig, festzustellen, ob die Ursache beim Mann, bei der Frau oder bei beiden Partnern liegt. Es wird zwischen organischen, psychischen und den Lebensstil betreffenden Ursachen unterschieden. Ist die Ursache erst einmal gefunden, kann in den meisten Fällen medizinisch oder psychologisch geholfen werden.
Sollte jedoch keine Ursache für eine fehlende Fruchtbarkeit eruierbar sein, tröstet vielleicht die Statistik mit der Feststellung, dass sehr viele Paare, bei denen kein Grund für Unfruchtbar vorliegt, innerhalb der nächsten drei Jahre schwanger werden.

Organische Ursachen für Infertilität bei der Frau

Die inneren weiblichen Geschlechtsorgane heißen Eierstöcke, Eileiter und Gebärmutter. Alle drei können bei Fruchtbarkeits- problemen betroffen sein. In den Eierstöcken findet in der Mitte des Zyklus der Eisprung statt.

Die Rolle des Eisprunges
Kommt es zu keinem Eisprung, lässt sich dies medizinisch leicht feststellen. Ursachen dafür können organisch gesehen Hormon- schwankungen, ein Hormonmangel oder ein Hormonungleich- gewicht sein. Diese Hormonstörungen wiederum können psychisch oder sozial begründet sein: starker Stress, großer Gewichtsverlust (Magersucht) oder exzessiver Sport. Meist werden in diesem Fall längerfristig Hormonpräparate einge- setzt. Der Hormonspiegel lässt sich durch moderne Bluttests genau messen und einstellen.

Menopause und Fruchtbarkeit
Natürlich findet nach dem Wechsel (Menopause) ebenfalls kein Eisprung mehr statt. Manchmal vermutet eine Frau nur, dass sie in den Wechseljahren ist, weiß es aber nicht mit Gewissheit – vor allem dann, wenn ihr Zyklus sowieso nie ganz regelmäßig war und sie keine Wechselbeschwerden hatte. Vor allem Frauen, die vor dem 40. Lebensjahr in die Menopause kommen, jedoch noch einmal schwanger werden wollen, erfahren oft mit Schrecken, dass sie aufgrund der Menopause nicht mehr schwanger werden können.

Blockierter Weg zur Gebärmutter – die Rolle der Eileiter
Wenn ein Eisprung stattfindet, das Ei jedoch nicht von den Eierstöcken zur Gebärmutter wandern kann, liegt wahrschein- lich eine Blockade der Eileiter vor. Ursachen dafür kön- nen Myome in der Gebärmutter sein. Dabei handelt es sich um Wucherungen der Gebärmutter in Richtung der Eierstöcke.

Auch das Polymystische Ovarialsyndrom (PCOS), also ein Zys- tenbefall der Eileiter, kann die Wanderung der Eizelle zur Gebärmutter blockieren. Manchmal muss in diesen Fällen operiert werden.

Eine unbehandelte Chlamydieninfektion (Chlamydien sind Keime, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden) kann mit der Zeit ebenso zur Blockade der Eileiter und zur Ver- hinderung einer Schwangerschaft führen. Ihr Frauenarzt kann dies feststellen und behandeln.

In der Gebärmutter wird im Laufe des Zyklus die Schleimhaut so aufgebaut, dass sie im Falle einer eintretenden Schwangerschaft das befruchtete Ei aufnehmen und versorgen kann. Bei vielen Frauen führt ein abnormer Aufbau dieser Gebärmutter- schleimhaut zu extrem starken Monatsblutungen. In extremen Fällen kommt es zur Endometriose, das heißt, Schleimhaut- zellen gelangen aus der Gebärmutter und verhalten sich an anderen Stellen des Körpers gleich wie in der Gebärmutter – sie bauen sich extrem auf und fangen an zu wuchern. Setzen sich diese Zellhaufen an den Eierstöcken oder im Bauchraum fest, können sie ebenso die Wanderung der Eizelle zur Gebärmutter behindern.

Das Lutein
Ein drittes Problem kann in der zweiten Zyklushälfte auftreten, wenn der Eisprung zwar stattfindet, das Ei auch befruchtet wird, sich jedoch nicht in der Gebärmutter einnisten kann. Man nennt diese Phase Lutealphase, weil das Hormon Lutein (schwangerschaftserhaltendes Hormon) eine große Rolle spielt. Bei einer zu kurzen Lutealphase ist es nicht in genügender Menge vorhanden und die befruchtete Eizelle stirbt ab, weil sie sich nicht in der ungenügend vorbereiteten Gebärmutter- schleimhaut einnisten kann. Auch dieses Problem kann medi- zinisch festgestellt und behandelt werden. Bei extrem kurzen Zyklen könnte bei einer Frau mit unerfülltem Kinderwunsch genau dieses Problem vorliegen.

Organische und psycho-soziale Ursachen beim Mann

Ein Spermiogramm bringt Aufschluss darüber, wie die männlichen Samenzellen beschaffen sind. Der Mann bringt seinen Samen zu Untersuchung, wobei sowohl Anzahl als auch Bewegungsfähigkeit der Spermien festgestellt werden. Oft ist eine zu hohe Temperatur im Hodensack durch zu enge Kleidung oder Reibung – manchmal beruflich bedingt – die Ursache. Auch elektronische Geräte in der Hosentasche können zu große Wärme verbreiten. Die optimale Temperatur für Spermien ist nicht die normale Körpertemperatur von 36,6 Grad, sondern ein paar Zehntel Grad darunter. Häufiger Grund für schlechte Spermienqualität sind ein ungesunder Lebensstil wie starkes Rauchen, Genuss von zu viel Alkohol und schlechte Ernährung. Eine Schwangerschaft kann auf natürliche Art nur durch Geschlechtsverkehr entstehen. Liegt eine Erektions- störung vor, das heißt, wird der Penis des Mannes nicht steif, kann diese nicht eintreten. Meist sind psychische Blockaden die Ursache, aber auch organische Probleme können vorliegen, weshalb auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden sollte.

Allgemeine Ursachen bei beiden Geschlechtern

Mangel an  Feuchtigkeit
Beim Geschlechtsverkehr versuchen Millionen Spermien den ersten Preis, die weibliche Eizelle, zu erreichen. Dies gelingt ihnen umso leichter, wenn der Zervixschleim (Flüssigkeit in der Vagina) sie durch seine Längsstruktur leitet und nährt. Ist die Frau zu wenig erregt oder leidet aus anderen Gründen an Scheidentrockenheit, kann auch dies fruchtbarkeitseinschränk- ende Wirkung haben.

Befruchtung durch Timing
Die fruchtbaren Tage der Frau liegen um den Tag des Ei- sprunges. Es ist nicht ratsam, täglich Geschlechtsverkehr zu haben, um schwanger zu werden, da die Spermienproduktion hinterher hinkt und die Anzahl der Spermien dadurch reduziert wird. Am besten ist es, durch Temperaturmessungen, Eisprung- messungen mit modernen Geräten, die Knauss-Ogino Rechen- methode und/oder die Zervix-Schleimbeobachtung den Tag des Eisprungs zu eruieren. Förderlich für eine Schwangerschaft ist eine zwei- bis dreitägige Enthaltsamkeit zwischen den sexuellen Aktivitäten, am besten auch vor dem Eisprung.

Dinge, die man vermeiden sollte

Eine gesunde Lebensführung ist einer Schwangerschaft för- derlich und das gilt für beide Geschlechter im selben Maß. Es sollte auf Rauchen verzichtet werden, da Rauchen die Qualität der Spermien verringert und das Einnisten der Eizelle behindern kann. Was sich von selbst versteht, ist das sofortige Verzicht auf Rauchen bei einer eingetretenen Schwangerschaft, aber auch schon bei erklärtem Kinderwunsch.

Alkohol ist in unserer Gesellschaft viel zu verbreitet und zu akzeptiert. Bei Kinderwunsch ist dringend anzuraten, aus oben genannten Gründen auf größere Mengen Alkohol oder auf regelmäßigen Konsum zu verzichten.

Der Abbau von Medikamenten und Drogen in der Leber belastet den Körper und behindert ebenso den Eintritt einer Schwangerschaft. Außerdem kann auch die psychische Komponente, die dem Konsum von Medikamenten und Drogen (auch oben genannte legale Drogen fallen darunter) zugrunde liegt, Grund für Fruchtbarkeitsprobleme sein.

Stress blockiert und hat große psychosomatische Auswir- kungen. Der Körper erkrankt bei zu viel psychischem Druck. Sogar der Kinderwunsch selber kann so großen Druck erzeugen, dass allein dadurch eine Schwangerschaft ausbleiben kann. Sehr wichtig bei Kinderwunsch sind ein entspannendes Umfeld und eine entspannte Haltung.

Starkes Übergewicht und Fettleibigkeit wirken sich negativ auf alle gesundheitlichen Aspekte aus, vor allem auf das Herz-Kreislaufsystem. Jedoch können sie auch mit schuld an einer ausbleibenden Schwangerschaft sein.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Fruchtbarkeit bei beiden Geschlechtern ab, wobei der Mann – durch eine schlechtere Spermienqualität zwar nur eingeschränkt – bis zum Tod zeugungsfähig bleibt, die Frau jedoch nur bis zu ihrer Meno- pause.

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